Rückbau von kerntechnischen Anlagen

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Rückbau der Kernkraftwerkes Niederaichbach

Der als Prototyp konzipierte 100-MW-Reaktor der Kernkraftwerkes Niederaichbach wurde von Babcock Noell vollständig zurückgebaut - und damit gegenüber Bevölkerung und Behörden erstmals nachgewiesen, dass es möglich ist, eine nukleare Anlage zu beseitigen, deren Strahlungspotential im Reaktor nur eine fernbediente Demontage zulässt.

Das Kraftwerk Niederaichbach wurde nach beschlossener Stilllegung am 31. Juli 1974 abgeschaltet. Ende 1979 erging der Auftrag zum Rückbau. Die Aufgabenstellung umfasste die Planung, die genehmigungstechnische Umsetzung sowie die Ausführung der Arbeiten im Rahmen eines Generalunternehmervertrags.

Eine besondere Herausforderung stellte die Entwicklung der Manipulatorentechniken für den fernbedienten Rückbau mit individuell einsetzbaren Zerlegewerkzeugen dar. Um ein Höchstmaß an Sicherheit und einen störungsfreien Einsatz der Techniken zu gewährleisten, wurden die wesentlichen Demontageschritte vorab am Mock-up getestet und den Gutachtern vorgestellt. Auf dieser Basis konnte nach Erteilung der Genehmigung zum Rückbau die komplette Reaktoranlage und damit das gesamte Strahlungspotential sicher demontiert werden. Die Minimierung der Strahlenbelastung für das Personal war stets oberstes Gebot.

Das gewonnene Know-How steht für weitere Rückbauprojekte zur Verfügung. Babcock Noell nutze es zwischenzeitlich bereits im Rahmen der Herstellung des sicheren Einschlusses am heliumgekühlten Reaktor (THTR) sowie bei der Demontage des Forschungs- und Messreaktors an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.



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